Georgien Trekking für Abenteurer. Ratscha ist eine touristisch noch wenig erschlossene Region und taucht in kaum einem Reiseführer auf. Die Landschaft ist von paradiesischer Unberührtheit und verspricht spektakuläre Wandererlebnisse. Trekking mit Pferden zum Udsiro Gletschersee und Rundwanderung zu den Gletschern Tbilissa und Buba.

INBEGRIFFEN
2-tägiges Trekking zum Udsiro See Gletschertour Tbilissa & Buba
Nikorzminda Kirche Oni mit Ethnographischem Museum

Die Wanderungen sind sehr anspruchsvoll und auf schwierigem, ungesicherten Gelände. Bergerfahrung, gute Kondition, Trittsicherheit und Ausdauer sind unbedingt erforderlich. Bequeme knöchelhohe Trekkingschuhe, guter Regenschutz, und Trekkingsandalen (für Flussdurchquerungen) sind zu empfehlen.

Die Region Ratscha ist touristisch noch wenig erschlossen, kleine Abweichungen vom Programm sind möglich.

Wichtig: Bei schlechtem Wetter kann es zu kurzfristigen Programmänderungen kommen.

Einzelzimmer sind nur begrenzt verfügbar, wir empfehlen eine zeitige Buchung. In der Unterkunft in Oni gibt es 2-Bett- und 3-Bett-Zimmer.

Reisebaustein

Diese Reise ist als Reisebaustein gedacht, daher sind keine Übernachtungen in Tbilissi enthalten.

1

Fahrt nach Oni

Fahrt von Tbilissi über Ambrolauri nach Oni. Unterwegs Besichtigung der ornamentreichen Nikorzminda Kirche (10. Jahrhundert). Mittagessen in der Nähe des Schaori Stausees. Hier wachsen die berühmten Nordmanntannen.

In Oni sieht man viele Häuser mit reichverzierten Holzbalkonen: ein Kunsthandwerk, das in dieser Region seine größte Entfaltung hatten. Im 19. Jahrhundert war Oni ein bedeutendes Zentrum der georgischen Juden. Besonders sehenswert ist die Synagoge aus dem Jahr 1895, die größte Synagoge in Georgien.

Unterkunft ist das Familienhotel einer Künstlerfamilie. Überall im Wohnbereich und Garten finden sich traditionelle Werkzeuge, archäologische Funde sowie die unterschiedlichsten Versteinerungen und riesige Kristalle aus den umliegenden Bergen.

Verpflegung: Mittagessen, Abendessen
Übernachtung in Oni

2

Trekking zum Udsiro See

Fahrt von Oni ins Dorf Glola und 2-tägiges Trekking begleitet von Packpferden zum Udsiro See. Der Aufstieg ist sehr anstrengend, die Tour beginnt auf 1.500m und führt bis auf 3.070 Metern. Allein in den ersten vier Kilometern überwindet man 1000 Höhenmeter. Es geht durch einen großen und zwei kleine Wälder, in welchen sich von Höhe zu Höhe andere Baumarten finden, bis es über die Baumgrenze über mehrere Wiesen von unglaublicher Blumenpracht geht. Nach etwa 5 Stunden erreichen wir eine Wiese sehr schön am Fluss gelegen unterhalb des Dolomissi Berges. Falls die Kräfte nicht reichen, könnte man auch hier schon das Lager aufschlagen.

Nach einer wohlverdienten Pause geht es noch etwa 2 Stunden über zwei kleine und einen steileren Bergrücken bis über die Vegetationsgrenze hinaus auf 2.900 Metern Höhe. Bei gutem Wetter bietet sich ein prachtvoller Blick auf die Gletscherkette des Großen Kaukasus. Wie eine Perlenkette reihen sich hier die Viertausender aneinander: Schchara (5.200m), Tetnuld (4.852m) und Uschba (4.700m). Der türkiesfarbene Gletschersee liegt ein kleines Stückchen tiefer auf 2.800 Metern, sein Name bedeutet „bodenlos“.

Fahrt: 25km
Wanderung: 7km, Dauer: 7-8 Stunden
Höhenunterschied: Aufstieg ca. 1.550m, Abstieg ca. 100m

Verpflegung: Frühstück, Picknick, Abendessen
Übernachtung in Zelten

3

Überquerung des Tschchotschuri Pass 3.067m

Zeltabbau und Beladen der Packpferde, die den gestrigen Weg zurückgehen, denn über den steilen Grat können sie nicht mitkommen. Aufstieg ca. 1 Stunde (267 Höhenmeter) vom Udsiro See zum Tschchotschuri Pass auf 3.067m. Der Aufstieg ist sehr beschwerlich, es geht ca. 1 Kilometer erst über große Felsbrocken und dann einen steilen, rutschigen Schieferhang hinauf. Vom Pass sieht man auf der einen Seite den Udsiro See liegen, auf der anderen öffnet sich der Blick auf die majestätischen Berge des Tschchotschuri Tals. Das gesammte Bergmassiv wirkt wie organisch, die einzelnen Erdschichten zeigen geschwungene Linien, so als sei das Massiv bei seiner Entstehung noch weich gewesen.

Jetzt beginnt der schwierigste Teil der Tour. Der Pfad führt um den Berg Katiszwera herum und dann sehr steil (teilweise 60°) in das Tschchotschuri Talbecken hinunter. Zuerst auf einem steinigen Trampelpfad, dann ebenso steil durch ein großes Feld mit sehr rutschigen Pflanzen – eine Art wilder Rhabarber – und dann über zwei Geröllfelder bis man nach ca. 3 Stunden quasi am Grund des Beckens angelangt ist. Die Aussicht ist die ganze Zeit spektakulär, die Gletscherfelsen und die darunter sich hinbreitende Wiesen bieten ein atemberaubendes Panorama. Hinter den Bergen liegt Ossetien. Von hier schlängelt sich der Pfad die nächsten 1,5 Stunden einen kleinen Fluss entlang, bis man nach ca. 4,5 Kilometern die Baumgrenze erreicht. Noch immer auf 2.000 Metern Höhe kann man durch die Bäume hindurch tief unten im Tal schon den Kurort Schowi* (1.500m) sehen. Noch einmal heißt es alle Kräfte zusammen nehmen, denn es geht wieder sehr steil abwärts: In den letzten 2 Kilometern ca. 350 Höhenmeter, an manchen Stellen bis zu 50° Steigung. Unten wartet schon ein Auto, das uns zurück nach Oni bringt.

*Zusatzinfo: zu Zeiten der Sowjetunion war Schowi ein exklusives Kurgebiet für die privilegierten Parteimitglieder. Ein Erdbeben anfang der 90er Jahre zerstörte die meisten Häuser und die Region geriet nahezu in Vergessenheit. Erst seit wenigen Jahren wurde die Region für Wanderer neu erschlossen und die Straße wieder hergerichtet.

Wanderung: 11km, Dauer: 7-8 Stunden
Höhenunterschied: Aufstieg 267m, Abstieg 1.567m

Verpflegung: Frühstück, Picknick, Abendessen
Übernachtung in Oni

.

4

Ruhetag in Oni

Tag zur Erholung und Vorbereitung auf die zweite große Wanderung. Am Vormittag Möglichkeit, die Synagoge und das ethnographische Museum von Oni zu besuchen. Hier finden sich eindrucksvolle Goldschmuckstücke aus vorchristlicher Zeit, die von den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der Region zu Ägypten zeugen. Es gibt sogar eine Theorie, dass bei dem Namen „Ra-tscha“, der Sonnengott „Ra“ eine Rolle spielen könnte. Das Sonnensymbol ist ein häufig wiederkehrendes Symbol. „Oni“ heißt auf Hebräisch „Sonnenuntergang“.

Bei gutem Wetter am Nachmittag Fahrt zum Tamara Felsen: Ein über zweihundert Meter steil aufragender Felsen, der von der rückliegenden Seite mit dem Auto angefahren werden kann.

Fahrt ca. 3 Stunden

Verpflegung: Frühstück, Picknick, Abendessen
Übernachtung in Oni

5

Gletschertour: Tbilissa & Buba

Ab Oni geht es mit dem Allradfahrzeug nach Schowi und von dort offroad ins Bergland. Je nach Wetter kann das Auto bis zum höchsten Punkt fahren. Von hier startet die Wanderung sehr entspannt zum Tbilissa Gletscher. Ganze zwei Stunden lang führt der Weg in sanften Serpentinen, gesäumt von prächtigen Blumen und Sträuchern, dem Gletscher entgegen.

Nach einer einfachen Flussüberquerung beginnt ein anstrengender Teil. Es geht ca. 2 Kilometer entlang eines steilen Hangs durch wildwuchernde, mannshohe Stauden, u.a. der giftige Bärenklau. Anschließend sind drei kleine, aber wilde Gletscherflüsse zu durchqueren, hier ist Vorsicht geboten und evt. Trekkingsandalen zu empfehlen. Nach einem mittelschweren Aufstieg (100m) über ein Geröllfeld – teilweise springen von Stein zu Stein – und einen steilen Wiesenhang ist das Schwierigste überstanden. Den Bubagletscher im Rücken geht es entspannt über mehrere Wiesen und kleine Flüsschen hinunter bis zur Baumgrenze.

Der letzte Teil des Abstiegs durch den Tannenwald nach Schowi ist noch einmal sehr anstrengend. Wieder werden einige hundert Höhenmeter in nur zwei Kilometern bewältigt. Rückfahrt nach Oni.

Fahrstrecke: 50km, 1,5 Stunden
Wanderung: 13km, Dauer: 8-9 Stunden
Höhenunterschied: Aufstieg: 120m, Abstieg 1.120m

Verpflegung: Frühstück, Picknick, Abendessen
Übernachtung in Oni

6

Rückfahrt über Tschiatura nach Tbilissi

ückfahrt ca. 9 Stunden über Tschiatura und den Dschwari-Pass nach Tbilissi. Unterwegs Stopp in der Seilbahnstadt Tschiatura, je nach Zeit und Interesse besteht die Möglichkeit einer Seilbahnfahrt.

Verpflegung: Frühstück, Mittagessen

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